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Trauer im Allwetterzoo Münster


Gana in gesunden Tagen - hier mit Claudio



Das Gorillaweibchen „Gana“ ist tot!

„Gana“, die 12jährige Gorillamutter im Allwetterzoo Münster, starb in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Noch bevor es überhaupt eine greifbare Diagnose über die schwere Erkrankung von „Gana“ gab, fand Bärbel Uphoff, Revierleiterin bei den Menschenaffen, das Gorillaweibchen bei Dienstbeginn leblos im Gehege vor. „Claudia“, die Tochter von „Gana“, lag noch auf ihrer Mutter.

Zum Abschiednehmen ließen die Pfleger die beiden anderen Weibchen „Fatima“ und „Changa“ samt ihrem Sohn „Thabo“ zur toten „Gana“. Lediglich „N’Kwango“, der Vater des Gorillanachwuchses, wurde ausgeschlossen, weil seine Reaktionen nicht abzuschätzen waren. „Changa“ kümmerte sich sofort um die halbjährige „Claudia“ und nahm sie an sich. Etwa ab 11 Uhr begann das Weibchen allerdings, der toten „Gana“ die Tochter auf den Körper zu legen. Deshalb wurde die Gruppe wieder getrennt, um „Ganas“ Körper zu bergen. Das Gorillaweibchen wird nun obduziert, weil es auch nach ihrem Tod äußerst wichtig ist, die Ursache ihrer Erkrankung festzustellen. (Wo „Gana“ obduziert wird, steht derzeit noch nicht fest.)

„Claudia“, dem im August 2009 geborenen dritten Kind von „Gana“, geht es zum Glück gut. Sie wird bereits seit etwa 10 Tagen von den Tierpflegern mit Babynahrung aus einer Nuckelflasche gefüttert. Anfangs trank sie noch bei der Mutter, doch seit gestern nimmt das 2,8 Kilogramm wiegende Gorillakind die gesamte Tagesmenge per Flasche zu sich, das sind etwa 300 ml Milch. Während „Ganas“ CT-Untersuchung am vergangenen Freitag (mehr dazu weiter unten) war sie das erste Mal in der Obhut eines Tierpflegers, der sie während „Ganas“ Abwesenheit warm hielt.

Man hofft im Allwetterzoo sehr, dass „Claudia“ in Münster bleiben kann. Die beiden anderen Weibchen, allen voran „Changa“, scheinen sich um sie kümmern zu wollen - und „Claudia“ wird hoffentlich bald begreifen, dass ihre Mutter nicht mehr zurückkehrt. Dann wird sie auch die „Adoptivmütter“ akzeptieren. Derweil haben die Pfleger für „Ersatzwärme“ gesorgt und „Claudia“ Plüschtiere mit integrierter Wärmeflasche angeboten.

Zur Vorgeschichte:

„Gana“ wurde zum Jahreswechsel auffällig. Sie zeigte eine zunehmende Schwäche sowie Erbrechen und Appetitlosigkeit. Als der Zustand der Gorillamutter zur Gefahr für ihre halbjährige Tochter wurde, hatte Zoodirektor Jörg Adler Ärzte des UKM um Hilfe gebeten. „Gana“ wurde daraufhin am 4. Januar von einem Spezialistenteam unter der Leitung von Prof. Dr. Hugo Van Aken, dem Direktor der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, untersucht. Eine Ultraschalluntersuchung, eine Endoskopie des Magens und Röntgenaufnahmen führten lediglich zu der Diagnose, dass sie an einer Unterfunktion des Verdauungsapparates litt. „Gana“ bekam Medikamente gegen die Darmträgheit und Kortison. Unter dessen Wirkung erholte sie sich etwas, zeigte wieder Appetit und kümmerte sich um ihre Tochter, bis es ihr ab Donnerstag, 14. Januar, deutlich schlechter ging.

Weil es Anzeichen dafür gab, dass „Gana“ eventuell an einem Gehirntumor litt, untersuchten am Donnerstag zwei Humanmediziner den Augenhintergrund des Gorillaweibchens, stellten aber keinen erhöhten Schädelinnendruck fest und schlossen einen großflächigen Tumor aus. Weil somit immer noch keine eindeutige Diagnose für „Ganas“ Erkrankung vorlag, wurde sie am Freitag, 15. Januar, zur Computer-Tomografie (CT) in die Tierklinik Hochmoor in Gescher gebracht. Die CT-Aufnahmen sollten über das Wochenende von darauf spezialisierten Humanmedizinern untersucht werden. Jetzt kann leider nur noch eine Obduktion Aufschluss über „Ganas“ Erkrankung geben.

Zoodirektor Jörg Adler, der derzeit Urlaub hat und nicht in Münster ist, tut es unendlich leid, „dass die aufopferungsvolle Pflege und das große medizinische Engagement für ‚Gana’ nicht den so sehr gewünschten Erfolg hatte“. Er teilt die Trauer, den Kummer und vielleicht auch die Enttäuschung der Tierpfleger im Menschenaffenhaus. Leider sind die Möglichkeiten der Behandlung eines schwer erkrankten Menschenaffen eingeschränkt und der Krankheitsverlauf von „Gana“ ließ nur eine geringe Hoffnung auf Genesung. Jetzt gilt die gesamte Aufmerksamkeit des Teams im Allwetterzoo „Ganas“ Tochter, die nach Möglichkeit in der Gorillagruppe bleiben soll. Neben dem Zooteam dankt Jörg Adler allen anderen an den Untersuchungen von „Gana“ beteiligten Personen, allen voran den Humanmedizinern des Universitätsklinikums Münster. Einige der Ärzte haben sich sogar in ihrer Freizeit für „Gana“ engagiert!

17.01.2010

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