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Rekordverdächtige Pinguine


Wettbrüten macht soooo müde... 



Mitteilung aus dem Allwetterzoo vom 17.02.04



Trainingslager und ein eigenes Kinderzimmer für die Küken der südafrikanischen Brillenpinguine

Auf 72 Tiere ist die Brillenpinguin-Kolonie im Allwetterzoo inzwischen angewachsen. Allein im letzten halben Jahr schlüpften 24 Küken aus den Eiern! Nie zuvor hat es in der knapp 30jährigen Geschichte der Pinguine in Münster so viele geglückte Aufzuchten gegeben. Mehr noch: europaweit findet sich kein Zoo, in dem zumindest in der letzten "Brutsaison" mehr Pinguine geschlüpft sind. So melden die Zoologischen Gärten von Amsterdam/NL und Paignton/GB für das vergangene Jahr 14 bzw. 13 aufgezogene Brillenpinguine. Zu verdanken ist der Erfolg in Münster vor allem den Tierpflegern, die den Küken viel Zeit und Aufmerksamkeit widmen, und die den willigen Pinguinpaaren erstmals eine störungsfreie zweite Brut ermöglicht haben, indem sie eine separate "Kinderstube" einrichteten. Die erste Schlupfzeit der kleinen "Frackträger" war bislang von August bis September, dann gab es noch einmal von Dezember bis Januar Küken. Jetzt schlüpften im Allwetterzoo aber auch im Oktober und im Februar Pinguine.

Nicht nur die Idee, die selbständig gewordenen Jungpinguine zunächst getrennt von den Eltern unterzubringen, sondern auch der enorme persönliche Einsatz der Pfleger haben zu dem tollen Zuchterfolg im Allwetterzoo geführt. Pinguineltern in Südafrika versorgen ihre Küken rund 100 Tage, dann hören sie allmählich mit dem Füttern von vorverdautem Fischbrei auf. Bis dahin haben sich die Jungen die fürs Überleben notwendigen Fettreserven zugelegt und wiegen meist mehr als ihre Eltern. Im Zoo füttern Pinguin-Eltern ihre Küken etwa 60 Tage, dann nehmen die Pfleger die Jungen in ihre Obhut. Während sich in Südafrika die "verstoßenen" Jungpinguine in Gruppen zusammen finden, um gemeinsam den Fischfang zu meistern, gehen die Küken in Münster in die "Pinguinschule". Hier lernen sie, aufgetaute Sprotten oder Fischstücke als Futter zu akzeptieren. Denn im Zoo nützen den kleinen Pinguinen die ererbten Fähigkeiten nicht: Die Futterfische bewegen sich nicht und lösen deshalb nicht den Anreiz zur Jagd aus. Bis die Pinguine das Fressen von Futterfischen perfekt beherrschen, durchlaufen sie im Allwetterzoo ein ausgeklügeltes, mehrwöchiges Training in mehreren Stufen.

In die erste "Abteilung" hinter den Kulissen der Pinguinanlage setzen die Pfleger das Küken, wenn es von den Eltern nicht mehr gefüttert wird. Hier hockt es und hackt mit dem Schnabel nach allem was sich nähert, um sich zu verteidigen. Dieses Verhalten nutzen die Pfleger aus, indem sie dem Kleinen einen Fisch direkt vor den Schnabel halten. Der Pinguin schnappt zu und schluckt - und wird satt. Sobald er den Fisch freiwillig aus der Hand nimmt, bringen ihn die Pfleger erstmals in seinem Leben ins Wasser und bieten ihm den Fisch an der Wasseroberfläche an. Die Hand mit dem Fisch ist dem Jungpinguin bekannt: Er schnappt und wird satt. Dann muss der Kleine es lernen, den Fisch auch ohne die vertraute Hand als Nahrung zu erkennen und danach zu tauchen.

Hat ein Pinguin das Training erfolgreich bestanden, gilt er als selbständig und siedelt zu den anderen Jungpinguinen in die "Kinderstube" um, das ist eine separate Voliere mit Wasserbecken in der Nähe der Watvogelanlage im Zoo. Ist die Brutzeit der Eltern vorbei, darf er in die große Kolonie aller Brillenpinguine. Hier ist er noch etwa ein Jahr als Jungpinguin zu erkennen; denn so lange dauert es, bis sein Gefieder die typische Zeichnung zeigt. Junge Pinguine sehen eher grau und unscheinbar aus. Mit einem Lebensjahr wird er erwachsen sein, mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif. Dann wird er sich im Zoo einen Partner fürs Leben suchen und selbst Nachkommen haben.

Mitte Februar leben von den seit August 2003 im Allwetterzoo geschlüpften Brillenpinguinen zehn bereits in der "Kinderstube", einer schwimmt schon im "Lernbassin", drei lernen das Fressen aus der Hand und zehn sind noch bei den Eltern in der Kolonie. Vier dieser Küken sind mittlerweile so groß wie ihre Eltern, tragen aber noch den dichten grauen "Babyflaum". Sie werden in den nächsten Tagen in die "Pinguinschule" kommen. Die anderen sechs, die vom 20. Januar bis 11. Februar geschlüpft sind, sitzen von den Eltern wohl behütet in den Nestern.



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