Startseite
Seitenübersicht
Allwetterzoo
    Tiere
    Gehege
    Tierhäuser
    Aquarium
    Terrarium
    Spielplätze
    Kinder+Pferdepark
    Infos
    Artenschutz
    Impressionen
    Erinnerungen
    Kalender
    Nachrichten
Filme aus dem Zoo
Entdeckt im Zoo '12
Entdeckt Archiv ab '01
Delphinarium
Andere Zoos
Fundstücke
Zootierbilder
Tierisches
Desktopmotive
Grusskarten
Feedback
Gästebuch
Vereinsseiten
ZooFan Mail

Der Schwarze Peter im Winterquartier


Verwegen am Zügel: Zoodirektor Jörg Adler leitet die Expedition Schwarzer Schwan



Geschafft!

Um die Mittagszeit des 9. November war am Teich neben der Elefantenanlage im Allwetterzoo Ruhe eingekehrt. Die Sonne schien, das weiße Schwanentretboot drehte sich sanft im Wind und der „Schwarze Peter“, der sich letztendlich als „Petra“ entpuppte, säuberte sein Gefieder und beschnäbelte hin und wieder den Rand seines großen weißen Partners. Nach mehreren Stationen auf Münsters Aasee hat das berühmte „Liebespaar“ sein Winterquartier im Allwetterzoo erreicht.

Vorangegangen waren aufregende Tage mit einem Medieninteresse, das seinesgleichen sucht. Das Tretboot, dem der Trauerschwan stets folgte, war Stück für Stück Richtung Allwetterzoo verlegt worden. Schon der erste Ortswechsel des Tretboots auf dem etwa 2.000 m langen Aasee wurde von etlichen Kamerateams, Fotografen und Redakteuren begleitet. Über jede weitere Station berichteten zumindest die lokalen Zeitungen. Aber auch WDR, NDR oder Reuters TV filmten im Laufe des einwöchigen Umzugs den Schwarzen Schwan und seine „Tretbootliebe“. Reuters produziert Fernsehbeiträge, die in die ganze Welt gehen.

Am Umzugstag erschienen dann Vertreter von 23 verschiedenen Medien: Filmteams von ARD über Pro Sieben und SAT 1 bis ZDF, Redakteure und Fotografen von BILD, SPIEGEL, WELT, lokalen und regionalen Zeitungen und diversen Presseagenturen und nicht zuletzt etliche Rundfunkreporter. Die Aktion startete außerhalb des Zoos. Die Einfahrt zum Zookanal war für Tretboot und Trauerschwan die letzte Station vor dem Einzug in den Zoo. Peter Overschmidt, Yachtschulbetreiber und Tretbootbesitzer, brachte mit seinem Motorboot Zoodirektor Jörg Adler und Tierpfleger Ralf Nacke zum Tretbootschwan. Dann lockten alle mit vereinten Kräften den „Schwarzen Peter“ ins Wasser - er wollte sich von der Medienschar nicht trennen und genoss sichtlich die Aufmerksamkeit!

Dann fuhren Adler und Nacke das Tretboot in den Zookanal hinein, wo sie am flachen Ufer unterhalb des Löwenhauses schon vom Blitzlichtgewitter erwartet wurden. Zoomitarbeiter hievten das Tretboot aus dem Wasser, der „Schwarze Peter“ musste wieder mit leckerem Schwanenfutter gelockt werden - und kam schließlich freiwillig an Land! Ralf Nacke nahm den Schwan in den Arm, damit Zootierärztin Dr. Sandra Silinski ihn kurz untersuchen konnte. Ihr Augenmerk galt in erster Linie einer alten Fußverletzung, wegen der der Schwan schon in tierärztlicher Behandlung war. Auch für einen schnellen Gesundheitscheck und die Beringung war noch Zeit; folgen wird eine gründliche Untersuchung, wenn der Schwan sich eingelebt hat.

Zur Vorgeschichte: Im Frühjahr 2006 war auf Münsters Aasee ein Trauerschwan aufgetaucht. Er „verliebte“ sich in ein weißes Tretboot in Schwanengestalt. Sehr bald machte das ungleiche Paar Schlagzeilen und viele Menschen kamen an den Aasee, um die „Liebenden” zu sehen. Als der Winter nahte, sollte das Tretboot den Aasee verlassen. Nun sorgten sich die Menschen: Was macht der Schwarze Schwan ohne seine weiße Kunststoff-Gefährtin? Die Rettung fand sich am anderen Ende des Aasees: Der Allwetterzoo bot dem „Schwarzen Peter” samt Schwanentretboot ein winterfestes Zuhause. Hier werden beide bis zum nächsten Frühjahr bleiben - wenn „Peter“ alias „Petra“ weiter mitspielt....

Den Transport des Tretboots in den Zoo organisierte die Yachtschule Overschmidt. Um den Schwarzen Schwan auf seiner mehrtägigen Reise in den Zoo regelmäßig füttern zu können, beförderte Peter Overschmidt den Zoodirektor und die Tierpfleger sogar mehrmals täglich mit seinem Elektroboot über den Aasee.

Die ebenfalls am Aasee ansässige Westdeutsche Landesbausparkasse (LBS) hat entsprechend ihrem Slogan, „Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause“, dem „Schwarzen Peter“ das neue Zuhause im Zoo ermöglicht. Sie unterstützt den Zoo und finanziert die Umzugs-, „Miet“- und Futterkosten für das Pärchen im Winterquartier.

Weitere Spenden zugunsten des „Schwarzen Peter“ werden in einen „Schwanenfonds“ einfließen. Damit wird der Trauerschwan zum Botschafter für Schwäne und deren bedrohte Lebensräume. Mit Mitteln aus dem „Schwanenfonds“ sollen bereits bestehende Projekte unterstützt werden, die sich dem Schutz freilebender Schwäne widmen. Singschwan und Zwergschwan sind beispielsweise zu Zugzeiten auch in Deutschland anzutreffen. Sie brüten in der skandinavischen Tundra-Region, die durch Klimaveränderungen stark gefährdet ist. Schutzmaßnahmen in diesem Lebensraum werden immer notwendiger.



Zur Übersichtsseite Mitteilungen   Nach oben  


Datenschutz Impressum Copyrights Disclaimer