Startseite
Seitenübersicht
Allwetterzoo
    Tiere
    Gehege
    Tierhäuser
    Aquarium
    Terrarium
    Spielplätze
    Kinder+Pferdepark
    Infos
    Artenschutz
    Impressionen
    Erinnerungen
    Kalender
    Nachrichten
Filme aus dem Zoo
Entdeckt im Zoo '12
Entdeckt Archiv ab '01
Delphinarium
Andere Zoos
Fundstücke
Zootierbilder
Tierisches
Desktopmotive
Grusskarten
Feedback
Gästebuch
Vereinsseiten
ZooFan Mail

Beschäftigung von Zootieren


Elefantenfütterung im Innengehege durch die Besucher des Allwetterzoos



Im Allwetterzoo Münster werden nicht nur die Besucher bei Laune gehalten...!

Die meisten Wildtiere verwenden viel Energie auf die tägliche Nahrungssuche. Im Zoo jedoch muss sich kein Tier ums Futter sorgen. Frisches Obst, saftige Fleischstücke oder Mehlwürmer werden maulgerecht serviert. Doch das Schlaraffenland birgt auch Nachteile. Intelligente Tiere wie Schimpansen oder Elefanten wollen gefordert werden, und selbst dem Löwen, der den Großteil des Tages verdöst, wird es irgendwann langweilig. „Deshalb ist die Beschäftigung und somit die Förderung der körperlichen und geistigen Fitness von Tieren ein wesentliches Element fortschrittlicher Zootierhaltung“, sagt Dr. Dirk Wewers, Kurator im Allwetterzoo. „Möglichkeiten gibt es viele, sie reichen über Trainingsprogramme und verstecktes Futter bis hin zu Duftreizen und Spielzeug“.

Elefanten beispielsweise sind in Asien bis zu 20 Stunden täglich auf den Beinen, um satt zu werden. Im Zoo bringt der Futterwagen Heu, Gemüse und Obst. Zum Ausgleich arbeiten die Pfleger im Allwetterzoo mit den Elefanten. Hebt „Kanaudi“ ein Bein oder den Rüssel auf Zuruf, haben die Besucher Freude. Doch das ist nur nettes Beiwerk, denn die Tierpfleger sind auf das Training angewiesen. Nur ein Elefant, der an den ständigen Umgang mit seinen Pflegern gewöhnt ist, kann im sogenannten ungeschützten Kontakt zwischen Mensch und Tier gehalten werden. Auch bei den Kegelrobben im Allwetterzoo gibt es ein tägliches Training. „Freya“ springt aus dem Wasser, klettert Stufen empor oder wälzt sich nach Aufforderung auf den Rücken. Zur Belohnung gibt’s einen Fisch. Das Training macht der Robbe sichtlich Spaß und fördert ihre Beweglichkeit. Und dazu gibt es, wie bei den Elefanten, einen Nebeneffekt: Eine Robbe, die es gelernt hat, sich still hinzulegen und berühren zu lassen, lässt sich ohne Stress auch von der Zootierärztin untersuchen oder ins Maul schauen.

Mit Futter kann man Tiere besonders leicht beschäftigen. So ist bei den Elefanten im Allwetterzoo die tägliche Fütterung durch Besucher Bestandteil des tiergärtnerischen Programms. Serviert der Tierpfleger ihnen dicke Äste mit Laub und Rinde, sind sie ebenfalls gut beschäftigt! Andere Tiere, vor allem Menschenaffen, müssen sich anstrengen, um an leckeres Futter zu gelangen. Mal verstecken die Pfleger Erdnüsse im Stroh, mal in Labyrinth-Holzkisten. Sie füllen Quark in Gartenschlauchstücke und Brei in Kanister. Oder sie stopfen Rosinen in so genannte „Futterhölzchen“. Das sind Abschnitte von dickeren Ästen, in die viele Löcher gebohrt wurden. Um an das versteckte Futter zu gelangen, setzen die Affen Zeit und Geschicklichkeit ein.

Doch nicht nur Elefanten und Menschenaffen werden mit der Futtersuche oder anderweitig beschäftigt. Programme gibt es auch für andere Tiere. So hängt im Gehege der Gehaubten Kapuziner ein spiralförmiges Holzrad, das regelmäßig mit Mehlwürmern gefüllt wird. Die flinken Affen sind findig genug, um an die Leckerbissen zu gelangen. Den Löwen werden die Fleischstücke oftmals in hoch oben im Gehege aufgehängten Jutesäcken serviert. Das Fleisch für die Geparde verstecken die Pfleger in den Bäumen der Anlage. Bären oder Tiger freuen sich im Sommer über „Eisbomben“, das sind in Wassereimern eingefrorene Leckereien. Um an diese zu gelangen, sind die Tiere eine Weile beschäftigt! Für die Malaienbären befestigen die Tierpfleger hin und wieder Kanister mit Obst in einem Baum.

Gerüche sind ebenfalls eine gute Methode, Zootieren ungewohnte Reize zu bieten. So werden Jutesäcke voll Huftierkot ins Gehege der Tiger gelegt. Die großen Katzen rollen sich auf den duftenden Säcken, sind sichtlich erregt und zerreißen sie schließlich. Löwen lieben Gewürze wie Curry, die mit Stroh oder Heu vermengt in Säcke gefüllt werden. Auch Bären werden mit Gewürzen oder ätherischen Ölen beschäftigt. Die Tierpfleger legen Geruchsspuren kreuz und quer im Gehege oder versprühen Düfte mit einer Wasserpistole. Neugierig folgen die Bären der Spur, um herauszufinden, woher der fremde Geruch stammt.

Selbst Vögel werden im Allwetterzoo beschäftigt. Ein gutes Beispiel sind die Keas; die wahrscheinlich verspieltesten Vögel überhaupt! Das Futter wird in Kisten, Kartons oder Säcke verpackt, die die Papageien mit ihren langen kräftigen Schnäbeln ratz-fatz aufreißen. Keas bekommen auch oft neues Spielzeug, seien es Fahrradreifen, Fußbälle, Gummistiefel, alte Besen oder eine Billardkugel. Spielzeug gibt es auch für andere Tiere. So können die Syrischen Braunbären schaukeln und die Nashörner mit großen Bällen spielen. Schimpansen spielen mit Papierrollen, Orang-Utans mit leeren Plastiktonnen und die Pinguine mit allem, was sich bewegt. Ihr täglicher Marsch über Besucherwege dient vorwiegend der Fitness. Unterwegs schauen die Pinguine aber neugierig nach allem, womit sie vielleicht spielen könnten, Kordeln an Kinderanoraks beispielsweise.

Die Liste der Beschäftigungsmöglichkeiten ist lang und wird ständig erneuert, denn schließlich ist alles langweilig, was man zu gut kennt. Dass aber sogar Fische mit „Spielzeug“ beschäftigt werden, ist wohl am ungewöhnlichsten. Fressen können die tropischen Drückerfische die abgestorbenen Korallen nicht, mit denen sie bei Laune gehalten werden. Doch sie knacken die Stückchen mit Vorliebe auseinander.

05.09.07

Zur Übersichtsseite Mitteilungen   Nach oben  


Datenschutz Impressum Copyrights Disclaimer